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Gallen-Krankheiten: Frauen sind deutlich häufiger betroffen

Gespannt lauschen die knapp 300 Zuhörerinnen und Zuhörer den Ausführungen des Referenten Yakup Kulu. Picture: Berger, Mario

Klare Frage, klare Antwort: “Die Galle, brauche ich die noch?”, lautet der Titel des Vortrags von Yakup Kulu. “Ja”, spellt er gleich zu Anfang klar, sofern die Gallenflüssigkeit gemeint sei. Die habe nämlich wichtige Funktionen für den Körper, unter anderem für Entgiftung und Fettverdauung. Anders die Gallenblase: Der Körper kommt auch ohne sie aus, so ist die Gallenblasenentfernung auch Mittel der Wahl oder der “Goldstandard”, wie Kulu sagt, wenn dauerhafte Beschwerden wie Koliken durch Gallensteine ​​in der Gallenblase auftreten.

80 Prozent der Betroffenen haben keinerlei Beschwerden

Etwa 15 Prozent aller Menschen in der westlichen Welt haben Gallensteine, es sei eine “Wohlstandserkrankung”, erklärt Kulu, der die Zahlen für Deutschland entsprechend auf etwa zwölf Millionen Menschen schätzt. Aber: 80 Prozent aller Betroffenen bleiben “asymptomatisch”. Das heißt, sie bekommen gar keine Beschwerden. 20 Prozent hingegen entwickeln innerhalb von zehn bis 15 Jahren Symptome wie eine Entzündung der Gallenblase, die meist durch einen den Gallenblasengang verstopfenden Gallenstein entsteht. So komme es professional Jahr zu 63,500 stationären Fällen und rund 200,000 Operationen, erklärt der Chefarzt. “Das ist schon ein wichtiges Thema im Krankenhaus.” Und: 30 Prozent all jener, die einmal Komplikationen hatten, dazu zählt zum Beispiel auch eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, bekommen in der Folge erneut Probleme. Deshalb sei es auch wichtig, den richtigen Zeitpunkt für eine Operation abzupassen und nicht zu lange zu warten. Denn mit vielfachen Entzündungen steige auch die Schwierigkeit für den Operateur und das Risiko von Komplikationen beim Eingriff.

Der Lebensstil kann das Auftreten beeinflussen

Die Risikofaktoren für das Auftreten von Gallenblasensteinen sind bekannt: Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer. Und bei beiden Geschlechtern nimmt die Wahrscheinlichkeit mit dem Alter zu. Haben in der Altersgruppe der 30-bis 34-Jährigen noch 2,3 Prozent der Männer und 7,4 Prozent der Frauen Gallenblasensteine, so liegt der Anteil in der Altersgruppe der 65-bis 69-Jährigen bei 19,4 und 31,6 Prozent . Auch die geneticische Veranlagung spielt mit 25 Prozent eine große Rolle. Diabetes und extremes Übergewicht wirken sich ebenfalls negativ aus. Umgekehrt lässt sich das Risiko, Gallenblasensteine ​​zu entwickeln, aber durch den Lebensstil senken: Wer sich gesund ernährt, sich ausreichend bewegt und kein Übergewicht mit sich herumträgt, sein Risiko deutlich sein, erklärt Kulu. “Das relative Risiko für Gallensteine ​​sinkt, je mehr ungesättigte Fettsäuren konsumiert werden”, heißt es in seinem Vortrag de él.

Kaffee und Bewegung wirken positiv auf die Risikoneigung

Der 47-Jährige outet sich zudem als Fan von Bewegung und ermutigt die knapp 300 Zuhörer in der Kreissparkasse Heilbronn. “Sport hat auch viele andere gute Effekte für den Körper, er ist absolut zu empfehlen.” Eine gute Nachricht: Auch der Konsum von Kaffee soll laut Studien optimistic Effekte haben. Ähnliches wurde für Vitamin C erforscht, aber hierzu will der Chirurg keine eindeutige Empfehlung aussprechen. Meist gelinge es, ausreichend Vitamin C über eine gesunde, ausgewogene Ernährung zuzuführen.

Starke Schmerzen sind vereinfacht gesprochen die Symptom einer Gallenkolik. Schmerzen im Bauchraum können aber auch viele andere Ursachen haben, erklärt Kulu. Er präzisiert: Schmerzen treten in der Regel unter dem rechten Rippenbogen auf, manchmal strahlen sie auch in den Rücken aus. Klassisch sei ein Auftreten etwa sechs bis acht Stunden nach der Hauptmahlzeit, Koliken können über eine Spanne von 30 Minuten bis zu acht Stunden gehen.

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