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„It really works 2“: Selbstbestimmtes Leben im Movie

Während seines Zivildienstes in einer Wiener Schule lernte Fridolin Schönwiese die drei Buben Valentin, Michael und Gerald kennen, alle haben Behinderungen. Er ist fasciniert und beglückt, was er mit ihnen alles erlebt und hält vieles davon in dem Kurzfilm „It really works“ fest. Wenig später verließ er Europa und lebte in Mexiko.

Nach seiner Rückkehr nach quick zwei Jahrzehnten fand er in einem Koffer alte Fotos der drei Buben und beschloss, die drei Protagonisten ausfindig zu machen. Sie waren mittlerweile um die dreißig Jahre alt und standen mitten im Leben.

filmarchiv

Ausschnitt aus „It really works 2“

Bei der Wiederaufnahme des Projekts dachte er an dreißig Drehtage mit einem Kamerateam und zehn Tage, die er alleine filmend mit den dreien verbringen wollte, erzählte Regisseur Fridolin Schönwiese am Rande der Präsentation des Filmes im Kino im Kesselhaus in Krems. „Nach dem zehnten Drehtag hat sich das Konzept völlig verwaschen, weil es mit diesen drei sehr sensiblen Personen nicht möglich conflict, auf Befehl etwas zu machen“, erklärte er weiter. „Die Filmsequenzen entstanden dann ein wenig wie bei einem Vogelkundler: Man sitzt im Gebüsch und wartet, bis der blaue oder der bunte Vogel vorbei fliegt – im übertragenen Sinn.“

Kein Movie über sondern mit den drei Hauptdarstellern

„Ich habe sie dann einfach über sehr lange Zeit beobachtet. Eigentlich ist es dadurch kein Movie über sie, sondern mit ihnen. Wir haben den Streifen aus der gemeinsamen Zeit langsam mit ihnen gefunden und erfunden“, erklärt der Regisseur die Entstehung von „It really works 2“.

250 Stunden Filmmaterial hat sich auf diese Weise in fünf Jahren ergeben. Dann kam die Coronavirus-Pandemie und Schönwiese habe selber das Materials versucht zu ordnen, was sich als quick unmöglich herausgestellt habe. Als sich eine Cutterin hinzugesellte, konnte der Movie auf drei Stunden eingegrenzt werden. Mit dem Feinschnitt kamen die beiden dann auf 103 Minuten. Dieser Movie mit etwa eineinhalb Stunden Dauer hat jedoch keine Länge, so viel sei bereits gesagt.

Protagonist Michael at the Filmpremiere in „Kino in Kesselhaus“

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Protagonist Michael bei der gelungenen Filmpremiere im Kino im Kesselhaus Krems. Dort fand er aber auch kritische Worte.

Spannende, lustige, delicate Momente

Gerald ist in den vergangenen Jahren zu einem Songwriter und Blogger herangereift. Seine Songs de él vermarktet er unter dem Künstlernamen Golden G. Im Movie ist man dabei, wie er einen neuen Music als Videoclip in den sozialen Medien veröffentlicht. Die Kamera begleitet ihn zu Konzerten, die er besucht, sowie auf der Love-Parade. Seine Movies de él zeigen ihn als sehr humorvollen Künstler.

Valentin aus Spitz an der Donau (Bezirk Krems) liebt ebenfalls die Musik, mischt sich bei Festen gerne unter die Leute und ist Stammgast einer Diskothek in seiner Wachauer Heimat. Es ist beglückend, wie er immer wieder mit seiner Artwork und seinen Äußerungen ein Lächeln in die Gesichter der Menschen zaubert. Eine berührende Szene im Movie zeigt ihn, als er von Wachauer Perchten umzingelt wird und sich mit einer Mischung aus Angst, Fascination und Wissen, dass dahinter eigentlich harmlose Menschen stecken, diesen gemischten Gefühlen stellen muss.

Ein selbstbestimmtes Leben

Michael, der dritte Protagonist, ist stark von körperlichen Einschränkungen beeinträchtigt, aber mit einem wachen und kämpferischen Geist ausgestattet. Bei der Präsentation des Movies erklärte er zu Recht, wie stolz er darauf sei, dass er ein selbstbestimmtes Leben führe. Das käme im Movie nicht so deutlich heraus, lautete seine sanfte Kritik de él. Michael arbeitet bei den ÖBB und kann sich einen Assistants leisten. Dieser begleitet ihn auf seinen vielen Reisen from him, auch zu den Paralympics, an deren Laufbewerbe Michael regelmäßig teilnimmt.

„It really works 2“ ist ein 103 Minuten dauernder Movie mit erhebenden, schönen und lustigen Momenten. Ein Movie, der nie langweilig wirkt und sehr clever gestaltet ist. Er zeigt drei Menschen in ihren schwachen und in ihren sehr vielen starken Lebenssituationen. Wie schrieb die Wochenzeitung „Der Falter“ über den Streifen: „Achtung, kein Problemfilm!“

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