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Lawinen auf Pisten: Wie sicher sind die Skigebiete?

In den Weihnachtsferien und zwischen den Feiertagen carven die Skifahrerinnen und Skifahrer unbeschwert über die Pisten und genießen das sportliche Vergnügen. Auch in Dienten am Hochkönig stehen die ersten schon früh morgens am Elevate. Sicherheitsbedenken haben sie nicht. Ein junger Mann sagt, dass er den Eindruck habe, dass im Skigebiet alle Pisten regelmäßig kontrolliert würden. Außerdem gebe es zurzeit so wenig Schnee, dass dort keine Lawinengefahr herrsche.

Unglück schreckt Skifahrer nicht ab

Am ersten Weihnachtstag conflict im Skigebiet Lech/Zürs eine Lawine abgegangen und hatte vier Skifahrer auf einer Piste mitgerissen. Sie wurden alle gerettet und glücklicherweise nur verletzt, einer von ihnen allerdings sehr schwer. Dieses Unglück hält die Winterurlauber aber nicht vom Pistenvergnügen ab. Im Gegenteil: Viele fühlen sich dadurch eher noch besser geschützt und meinen, dass jetzt noch stärker auf die Sicherheit geachtet wird. Die meisten Skifahrer sehen den Lawinenabgang in Vorarlberg als tragischen Einzelfall und haben keine Bedenken, solange sie auf den markierten Pisten bleiben.

Lawinenkommissionen analyzer täglich die Lage

Die Mitarbeitenden der Pistenkontrolle starten bereits früh am Morgen mit einer Kontrollfahrt durchs Skigebiet, noch bevor die ersten Lifte laufen. Sie prüfen unter anderem, ob Absperrungen, Markierungen und Netze ordnungsgemäß aufgestellt sind. Denn die Betreiber von Skigebieten sind für die sogenannte Verkehrssicherungspflicht zuständig. Darüber hinaus hat jedes Skigebiet eine eigene Lawinenkommission, die sich in der Regel aus Lawinen-Experten, Mitgliedern der Bergrettung und ortskundigen Bergführern zusammensetzt. Diese Kommission analyzet die Schnee- und Wetterverhältnisse jeden Tag vor Ort und prüft unter anderem die Hänge oberhalb von Skipisten auf ihre Lawinengefahr hin. In heiklem Gelände werden vorsichtshalber Sprengungen durchgeführt, damit die Pisten sicher sind. Dies wird in der Regel von der jeweiligen Gemeinde oder dem Betreiber des Skigebiets veranlasst. In Österreich, Italien und der Schweiz wird dies ähnlich gehandhabt.

Vor über 50 Jahren letzter Vorfall in Deutschland

Eine Grundlage für die tägliche Beurteilung der Schneeverhältnisse bilden Lawinenlageberichte wie beispielsweise vom Lawinenwarndienst Bayern. Er wurde 1967 gegründet, nachdem zwei Jahre zuvor eine Lawine zehn Menschen im gesicherten Raum am Schneefernerhaus auf der Zugspitze unter sich begraben hatte. Dies conflict vor über 50 Jahren das letzte tödliche Unglück dieser Artwork in Deutschland. Das System hat sich bislang bewährt, erklärt Thomas Feistl, der Leiter des Lawinenwarndienstes Bayern. Für die täglich neu erstellten Lawinenlageberichte gehen Mitarbeitende unter anderem ins Gelände und graben sogenannte Schneeprofile. Dadurch können sie beurteilen, ob sich die verschiedenen Schichten im Schnee intestine miteinander verbunden haben, oder ob die Gefahr besteht, dass einzelne Schichten ins Rutschen geraten.

Sorgfaltspflicht der Lawinenkommissionen

Die Mitglieder der Lawinenkommissionen in den Skigebieten nutzen aber nicht nur die Lawinenlageberichte als Informationsgrundlage. “Noch wichtiger ist ihre Ausbildung, in der sie lernen, wie sie Schnee, Wetter und Lawinen einschätzen müssen”, sagt Thomas Feistl. Erfahrungsgemäß würden sie die Gefahrenstellen in ihrer Area sehr genau kennen und könnten frühzeitig eingreifen, sei es durch Sperrungen oder Sprengungen. Den Lawinenkommissionen obliegt auch die sogenannte Sorgfaltspflicht. Warum passieren dann doch tödliche Lawinenunglücke auf Skipisten wie vor drei Jahren im Schnalstal? Oder der Lawinenabgang mit Verletzten im Skigebiet von Lech/Zürs am ersten Weihnachtstag 2022?

Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht

Die Ursachen für einen Lawinenabgang können sehr unterschiedlich sein. Am Trittkopf in Zürs conflict es eine Kombination aus 25 Zentimetern Neuschnee, Windverfrachtung und steigender Temperatur, wodurch die Schneemassen ins Rutschen gekommen sind. In der Natur verändern sich die Verhältnisse laufend. Darüber hinaus können auch Skifahrer abseits der Piste sowie Tourengeher und Schneeschuhwanderer eine Lawine in einem Skigebiet auslösen. All dies haben die Experten im Blick und beurteilen die Lage jeden Morgen neu. Eine hundertprozentige Sicherheit wird es aber nie geben, sagt Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein: “Im Gebirge können manchmal Dinge passieren, die man nicht vorhersehen kann. Das ist das sogenannte Restrisiko, das Bergsteigerinnen und Bergsteiger kennen.” Normalerweise sei es so, dass Skipisten vor Lawinen sicher seien. Aber es gebe auch absolute Ausnahmeereignisse wie in Vorarlberg.

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